Unsere Lahemaa Geschichten und Orte: Die Halbinsel Juminda

Unsere Geschichten und Orte in Lahemaa: Die Halbinsel Juminda

Die westlichste der vier Halbinseln Lahemaa trägt den Namen des ältesten Dorfes hier, das sich an ihrer Spitze befindet – Juminda, das mit mehreren Legenden verbunden ist. Heute ist die Halbinsel Juminda in ganz Estland für ihre aktive Gemeinschaft bekannt – unter der Leitung der Einheimischen gibt es hier den Leesi Dorfladen, ein Gemeindehaus und freiwillige Seenotrettung. Gleichzeitig wird hier das Erbe der Küstenvölker lebendig gehalten und die lokale Geschichte geschätzt.

Die Halbinsel Juminda vereint das Erbe der Küstenvölker, spannende Militärgeschichte und eine lebendige Gemeinschaft. Hier findest du ruhige Dörfer, Küstenblicke und Geschichten, die Jahrhunderte zurückreichen.
Foto: Priidu Saart

Fünf spannende Fakten über Juminda

  • Auf der Halbinsel Juminda wurde einst die Küstensprache, auch Pohiranna genannt, gesprochen, die dem Finnischen ähnelte und enge Verbindungen über den Golf widerspiegelte.
  • Auf der Insel Hara gab es einst eine Heringsfabrik, in der über 300 Menschen beschäftigt waren.
  • Zur Sowjetzeit befanden sich auf der Halbinsel Juminda eine Raketenbasis und in der Hara-Bucht eine Basis zur Demagnetisierung von U-Booten.
  • In der Nähe der Halbinsel Juminda fand 1941 eine der verlustreichsten Seeschlachten der Welt statt.
  • Heute kümmern sich um die Erhaltung der Küstensprache und des lokalen Erbes

Was kann man auf der Halbinsel Juminda unternehmen?

Die Halbinsel Juminda lässt sich am besten in Ruhe erkunden, indem man in kleinen Dörfern Halt macht und sowohl die Natur als auch die lokalen Köstlichkeiten genießt.

  • Beginne im Dorf Leesi. Besuche den historischen Dorfladen, mache eine gemütliche Kaffeepause und schaue dir die Kirche und den Friedhof an.
  • Besuche den Hafen von Hara. Lerne die spannende Geschichte der Region kennen, mache eine Bootsfahrt oder genieße eine Mahlzeit im Restaurant am Hafen.
  • Wandere zum Majakivi. Der sieben Kilometer lange Lehrpfad führt zum drittgrößten Findling Estlands und zu einem Aussichtsturm. Auf Juminda gibt es auch einen Campingplatz der RMK.
  • Erkunde das lokale Landleben. Besuche die Tammistu Schafzucht, die Arli Baumschule in Kiiu-Aabla, die Tõnu Talu Baumschule in Tapurla, die Brauerei Veldi und die Töchter in Leesi, das Allika Strandmuseum in Virvel und das Frauenmuseum in Hara.
  • Bleibe länger. Auf der Halbinsel gibt es gemütliche Ferienhäuser und Glamping im Hafen von Hara. Man kann auch mit dem Boot anreisen.

Der Findling Majakivi im Lahemaa-Nationalpark
Majakivi, Foto: Margus Kontus

Der lokale Führer erzählt

Tiina Viirna: „Wenn du die Halbinsel Juminda wirklich erleben möchtest, beginne im Dorf Leesi. Gehe zuerst in den Dorfladen – dort treffen sich die Einheimischen und du hörst die neuesten Dorfneuigkeiten. Danach spaziere zur Kirche und zum Friedhof und besuche das Strandmuseum in Virve. Schließlich gehe zum Hafen von Hara, wo du an einem Tag sowohl die Geschichte der Tallinn-Heringe, das sowjetische Militärerbe als auch das heutige Küstendorf kennenlernen kannst.“

Lii Välkmann: „Auf der Insel Hara lohnt es sich auch, den lokalen Geschichten zuzuhören. Über die alte Heringsfabrik gibt es bis heute seltsame Geschichten – von sich bewegenden Herdringen und unerklärlichen Geräuschen. Ob man ihnen glauben soll oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen, aber sie machen den Ort auf jeden Fall spannend.“

Syrli Gutmann: „Zur Sowjetzeit gehörte die gesamte Halbinsel zu einer geschlossenen Grenzzone. Eine der Lieblingsgeschichten der Einheimischen erzählt, wie Grenzschutzbeamte ein verdächtiges Objekt im Meer entdeckten und es für das Periskop eines U-Bootes hielten. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich um einen Elch handelte. Der Befehl war jedoch ein Befehl – der Elch wurde gefangen, nach Juminda in einen Pferdestall gebracht und dort eine Woche lang festgehalten, bis er schließlich entkommen konnte.“

Der Dorfladen in Leesi im Lahemaa-Nationalpark
Der Dorfladen in Leesi, Foto: Kadri Otsiver

Die heutige Halbinsel Juminda

Auf der Halbinsel Juminda gibt es zehn Dörfer: Pudisoo, Pedaspea, Kolga-Aabla, Kiiu-Aabla, Leesi, Tammistu, Juminda, Tapurla, Virve und Hara. Insgesamt leben hier etwa 450 Menschen.

Im Jahr 2026 feiern die Dörfer Hara und Virve ihr 440-jähriges Bestehen. Im Sommer finden mehrere Konzerte und Veranstaltungen im Hof des Dorfladens in Leesi, auf dem Dorfplatz in Virve und im Hafen von Hara statt.

Wenn du die Halbinsel Juminda gründlicher kennenlernen möchtest, nimm einen lokalen Führer mit, der sowohl die Geschichte, die Natur als auch die Menschen der Region kennt und dir Orte zeigen kann, die man leicht verpasst, wenn man einfach vorbeifährt.

Blick auf den Hafen von Hara im Lahemaa-Nationalpark. Hafen von Hara, Foto: Hans Markus Antson[/caption>



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